Extendet Reviews

Metal Hammer 5/7
Aus unerfindlichen Gründen tendieren nur mit dem Namen ihres Gründers und Machers benannte Bands stets dazu, unterschätzt und/oder belächelt zu werden – ob fälschlicherweise (Kiske/Somerville) oder zu Recht (Lehmann). Mit UNBROKEN legt nun der Norddeutsche René Thomsen mit seiner selbstbenannten Band sein zweites Album vor und macht damit  „einen Quantensprung nach vorne“. Die zwölf zwischen Heavy Metal und Hard Rock angesiedelten Stücke fetzen über weite Strecken tatsächlich amtlich aus den Boxen (‘In Steel We Trust’) und grooven einerseits (‘Break That Spell’, ‘Into The Unknown’), weisen andererseits aber auch hoch melodische Akzente auf (‘Fools Of Fortune’, ‘Dream’). Bemerkenswert ist an den meist druckvollen, von Thomsen und Helge Engelke (Fair Warning) komponierten Songs aber vor allem die abermals vorzeigbare Riege an illustren Gästen, die sich auf UNBROKEN versammeln: Von Udo Dirkschneider (ehemals Accept) über Vinny Appice (ehemals Black Sabbath) bis hin zu David Vincent (Morbid Angel) sprudelt das Werk vor musikalischer Prominenz und entsprechend rockenden Ideen, die Fans von klassischem Heavy Metal gefallen dürften. Auch im Fall von Thomsens UNBROKEN gilt also: Nicht vom Band-Namen abschrecken, sondern von der Musik überzeugen lassen!

Rock It 9/10
Endlich – Thomsen liefert ein neues Studiowerk ab. Nach dem sehr gelungenen Debüt »Ruthless« aus dem Jahr 2009 übertrifft sich der Hannoveraner nun bei »Unbroken« selber. Zeugte bereits die vorherige CD von einem besonderen Verständnis für ehrliche Heavy Metal Kompositionen, so verpasste René Thomsen seinen neuen musikalischen Ideen zusätzlich weitere Sahnehäubchen. Sei es der Opener ‘Draw The Curtains’ der vor Wildheit und Entschlossenheit nur so strotzt oder ‘In Steel We Trust’, der alle notwendigen Metalelemente auf den Punkt bringt. Immer scheint die wahre Metal-Seele durch. Selber mit dem puren Metal aufgewachsen und als Techniker mit vielen Bands international unterwegs, weiß er um die wichtigsten Zutaten des Genres: Herzblut (‘Unbroken’), Gespür für besondere Melodien (‘Dream’), knallhartes Riffing (‘Into The Unknown’) und eine wummernde Rhythmusbasis. Hilfreich gerät dabei natürlich, dass Sänger Robert Soeterboek (Ex-Wicked Sensation) die passende Rockröhre beisteuert. Auch erfährt der Gitarrist Unterstützung von namhaften Gästen an den Instrumenten sowie mit Udo Dierkschneider als Sänger beim monumentalen ‘We Made It’, welches Thomsen in der Nacht nach Ronnie James Dios Tod komponierte. Die Gäste dienen aber nicht als „Name-Dropping“ sondern bereichern mit ihrer Spielweise die jeweiligen Nummern und verpassen ihnen den letzten Schliff. »Unbroken« überzeugt auf ganzer Linie als ein hochwertiges und kompromissloses Heavy Metal Album wie man es kaum mehr findet.

Break Out
Der norddeutsche Gitarrist und Komponist Rene Thomsen fährt mit „Unbroken“ erneut schwere Metal-Geschütze auf. Unter dem Motto gute Songs brauchen auch gute Musiker, um diese perfekt umzusetzen, schmiedete Thomsen bereits vor fünf Jahren ein ordentliches Stück Metal. Nun kehrt er mit einer langen Liste an Gastmusikern zurück. Sie alle helfen mit, den insgesamt zwölf neuen Songs, die Rene überwiegend zusammen mit Fair Warning-Gitarrist und Produzent Helge Engelke schrieb, den richtigen Arschtritt zu verpassen. Dies gelingt mit dem energiegeladenen Opener „Draw The Curtains“ gleich bestens, wenngleich der Track an eine Mischung aus Grave Digger und Trance (falls die noch jemand kennt) erinnert. Hier darf sich David Vincent von Morbid Angel an seinem Tieftöner nach Lust und Laune austoben. Das mit einem superben Refrain ausgestattete „New Horizon“ hätten sowohl DIO als auch Masterplan nicht besser hinbekommen können. Hier verschmelzen Melodie und Härte nahezu perfekt miteinander. Sänger Robert Soeterboek (unter anderem Ayreon) erinnert immer wieder an die einstigen Mitbegründer des deutschen Stahls namens Trance. Das coole „We Made It“ ist eine Hommage an den in unseren Rockherzen unsterblichen Ronnie James Dio. Rene schrieb diesen Song in der Nacht nach dem Tod des einmaligen Sängers. Selbstverständlich ist es deshalb naheliegend, daß sich bei diesem Track niemand besser für die Drums eignet als Vinny Appice, ein langjähriger Wegbegleiter von Dio. Die Gitarrenarbeit übernahmen Rene und Mathias Dieth, während sich unser aller „Mr.Tarnanzug“ Udo Dirkschneider um die stimmliche Umsetzung des eher melancholischen Songs kümmert. Rene Thomsen möchte sein Projekt auch live umsetzen und hat deswegen eine Live-Band zusammengestellt, mit der er uns demnächst beehren möchte. Neu mit dabei ist dann am Mikro Denis Brosowski (Iron Fate), der auf „Unbroken“ ebenfalls bereits mit seinen Gastauftritten bei „One“ und „Tears Of The Sun“ zu hören ist. Die weiteren Musiker sind diejenigen, die „Unbroken“ eingespielt haben, sofern sich kein Gastmusiker austobte. Das sind neben dem Bassisten Ingo Lühring Mike Pesin an der Gitarre und Max Dietzmann an den Drums. Wer auf melodischen Power Metal „Made in Germany“ steht, der ist mit Thomsen an der richtigen Adresse!

Piranha

Es ist kein Geheimnis, dass der klassische Metal seit einigen Jahren einen gewaltigen Boom erlebt, und ebensowenig, dass diese Renaissance von der Verehrung mehrheitlich, sagen wir mal: innovationsscheuer Fans und Bands getragen wird. Aber wieso etwas reparieren, das nicht kaputt ist? Denkt sich wohl auch René Thomsen, der hier das zweite Album seines Bandprojekts vorlegt und zeigt, warum „klassisch“ nicht automatisch mit „ewiggestrig“ gleichzusetzen ist. Wo die althergebrachten Schemata resolut unangetastet bleiben, strahlen diese zwölf Stücke dennoch eine umwerfende Frische aus. Das liegt zum einen an der sehr satten Produktion mit schön differenziertem Sound. Dazu gesellt sich eine Dynamik im Songwriting, die über galoppierende Rhythmen und treibende Riffs weit hinaus geht. Vor allem aber hört man, dass die versammelten Musiker (darunter hochkarätige Gäste wie Udo Dirkschneider, Vinny Appice oder David Vincent) einen Höllenspaß an der Sache hatten. Für Metalfans auf jeden Fall ein Leckerbissen.

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Thomsen Unbroken, The Metal Band from Hannover